Am 20. Juni 2000 fand der diesjährige vom FB Deutsch veranstaltete Lesewettbewerb in der Mediothek unserer Schule statt.
Die ersten Plätze in den einzelnen Jahrgängen haben sich erlesen:
Moritz Mebes schickt sich an, mit seinem Beitrag zu beginnen.Moritz hat dieses Mal nicht gewonnen. Vielleicht hätte er sein eigenes Gedicht auswählen sollen? du Großstadt, Hauptstadt, Monster, Ghetto, Metropole und doch ein wenig provinziell. Das Leben ist und war in dir schon immer sehr speziell. Berlin, ich bin in dir geboren, der Krieg war lange schon verloren, doch bald schon wurde es mir klar, dass hier so manches anders war. Man hat uns sehr schnell mitgegeben, dass wir auf einer Insel leben. Berlin, sechs Jahre später durfte ich erleben, wie es ist, wenn Menschen sich erheben. Im Fernseh’n sah man Korken knallen, dann stand es fest: "Die Mauer ist gefallen!" Die Menschen konnten sich vereinen, mit Lachen, aber auch mit Weinen. Berlin, neun Jahre ist die Wende her, doch wie es scheint, fällt Heilung schwer. Es gibt nun keine Mauer mehr, und an ihr keine Pfosten, und trotzdem spricht man immer noch vom "Westen" und vom "Osten". Berlin, mein Eindruck ist, die Stadt ist noch nicht eins, so müssen wir noch üben, dass es den "Wessi" nicht mehr gibt und auch nicht mehr das "Drüben". Berlin, du Großstadt, Hauptstadt, Monster, Ghetto, Metropole - du bist und bleibst ein wenig provinziell, das Leben ist in dir auch nach der Wende ganz speziell. Moritz Mebes |
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